Ich hatte die einzigartige Möglichkeit ein Wochenende lang Google Glass zu testen. Meine Eindrücke zur Datenbrille von Google und einige Bilder, möchte ich hier mit euch teilen.
“Designed for you. And what you do.” - Google Inc.
Design und Haptik
Die zur Zeit noch recht exklusive Datenbrille Google Glass kommt elegant daher. Sie ist in einem modernem, aber auch sehr neutralem Grau gehalten. Die eigentliche Google Glass befindet sich auf der rechten Seite der Brille. Hier befinden sich Akku, Kamera, Display, Prozessor und sämtliche andere Hardware. Das Gewicht ist somit relativ unausgeglichen. Beim Tragen fällt dies jedoch nicht unangenehm auf. Allgemein ist das Gewicht der Google Glass sehr gering.
Anders das Volumen der Brille. Die Hardware ist sehr sperrig, klobig und auffällig verpackt. Inzwischen könnte man die Komponenten bestimmt kompakter verbauen.
Google hat hochwertige Materialien in der Smartglass verbaut. Sie wirkt sehr robust trotz der filigranen Einzelteile. So kann das Gerät auch im Freien und beim Sport verwendet werden, ohne dass es gleich kaputt geht.
Hardware und Leistung
Google verbaut in der Google Glass einen kleinen Projekter, der sein Licht über einige Spiegel direkt in das Auge des Benutzers wirft. So wird das “Display” der Glass dargestellt. Laut Google entspricht das zu sehende Bild einem 25 Zoll HD Bildschirm, welcher aus einer Entfernung von ca. 2,40 m betrachtet wird. Der “Bildschirm” hat eine Auflösung von 640 x 360 Pixeln.
Zu Prozessor und Arbeitsspeicher hat der Hersteller bisher noch keine Angaben gemacht. Gerüchten zu Folge soll der Chipsatz des Samsung Galaxy Nexus verwendet werden. Das wäre ein Texas Instruments Dual-Core Prozessor mit unbekannter Taktrate. Diesem stehen anscheinend 1 GB RAM zur Seite. Bei einigen Anwendungen benötigte Google Glass sehr lange um Anfragen zu bearbeiten. Dies deutet häufig auf zu langsame CPU und zu wenig RAM hin. Die sollte bei einem offiziellen Marktstart unbedingt vermieden werden. Außerdem wurde die Brille oft sehr heiß und musste in den Standby gehen, damit sie abkühlen konnte.
Die Kamera, welche vorne am Gerät angebracht ist, löst mit 5 Megapixeln auf und kann in 720p (HD) filmen. Außerdem verfügt die Brille über einen 16 GB großen, internen Speicher, von welchem ca. 12 GB verfügbar sind.
Sehr interessant ist die Audio Wiedergabe der Google Glass. Sie hat keinen normalen Lautsprecher verbaut, sondern gibt akustische Schwingungen über den Wangenknochen an das Gehör weiter. Somit kann kein Außenstehender hören ob und was die Datenbrille einem erzählt. Dies funktionierte bei meinem Exemplar auch sehr gut.
Verknüpfungen mit anderen Geräten können mit WiFi 802.11 b/g und Bluetooth hergestellt werden. Eine Datenverbindung kann auch vom Smartphone über Bluetooth an die Google Glass geteilt werden.
Der Akku soll den Angaben nach einen normalen Tag überstehen. Ich musste ihn allerdings schon nach 4-5 Stunden wieder aufladen. Allerdings habe ich die Brille auch sehr intensiv getestet und viel mit ihr interagiert.
Desweiteren ist ein Mikrofon verbaut, welches die Steuerung mit Sprachkommandos erlaubt und ein kleines Trackpad an der Seite, welches die Steuerung mit den Fingern ermöglicht. Beides funktioniert sehr gut und das Konzept ist sehr überzeugend.
Bilder und Impressionen
Google Maps Navigation im Auto.
Rezepte beim Backen mit Google Glass anzeigen lassen.
What’s Around - Kompass mit Locationen
Shazam auf der Google Glass.
Live-Wetter Daten durch die Datenbrille.
Browserinformationen in Google Glass eingeblendet.
Fazit
Mit meinem Fazit zur Google Glass tue ich mich sehr schwer. Einerseits liebe ich Technik Gadgets wie die Google Glass, aber andererseits sehe ich hier noch kein wirkliches Anwendungsgebiet. Die Smartglass kann einige. Zum Beispiel: Navigieren, Fotografieren, Filmen, Browsen, Übersetzen, Telefonieren, Orte anzeigen, Spiele wiedergeben…
Dennoch gibt es kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal. Vor allem jetzt, da die Smartwatches immer mehr auf den Markt drücken, hat die Smartglass kaum noch Vorteile. Hinzu kommt das futuristische Design, Diskussionen zum Thema Datenschutz und Privatsphäre und der hohe Preis von 1.500 $ in den USA. Dies sind alles negative Aspekte der Google Glass. Trotzdem denke ich, dass in 5-10 Jahren auch die Google Glass ein Anwendungsgebiet finden wird und der Menschheit tatsächlich nutzt. In der Zeit muss sich allerdings noch einiges in Sachen Größe und Leistung der Hardwarekomponenten und in Sachen Preis und Verfügbarkeit tun. Bis dies geschehen ist, bleibt die Google Glass ein teures Spielzeug von Gadget Liebhabern.

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Sebastian
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