Das ZenPad 10 war nun einige Wochen lang mein Hauptgerät. Ich benutze Tablets vor allem als Ersatz für meinen Laptop, deswegen war ich sehr froh das ZenPad 10 mit einem Tastaturdock bekommen zu haben. Hier sind meine Einschätzungen zum Tablet, zum Dock und zum Gesamtangebot.
Das ZenPad 10 ist ein grundsolides Tablet. Die Verarbeitung ist Top und das Design ist sehr schön. Man merkt aber, dass Asus auch Windows Computer macht. Die Anzahl an Software, die das Tablet schneller und besser machen soll, erinnert mich sehr an eine Windows XP Kiste mit einem Utility Center Bla. Vieles kann man auf dem ZenPad löschen, aber nicht alles. Gebraucht habe ich nichts davon, es sei denn es hat ohne mein Wissen Magie im Hintergrund gemacht.
Aussehen und Verarbeitung des ZenPad 10
Asus legt einen großen Schwerpunkt auf das Design der ZenPad-Reihe und vermarktet sie als Designobjekte. Ich finde das Design des ZenPad 10 auch wirklich sehr gelungen. Vor allem mag ich die Rückseite des ZenPads. Diese hat einen guten Grip, fühlt sich sehr wertig an und sieht auch noch gut aus. Das Tablet hat keine Spaltmaße, knarzt nicht und ist generell sehr gut verarbeitet. Im Zubehörshop von Asus gibt es eine badzillion Taschen und Hüllen im Angebot. Ich durfte ein paar davon mit testen und muss sagen: Respekt. Eine der Taschen würde ich mir auch holen.
Die Tastatur ist leider in einer anderen Liga. Sie ist auch ganz gut verarbeitet, aber die Tastatur habt einen deutlichen Hub in der Mitte der Tastatur. Dieser ist vollkommen im Rahmen der vergleichbaren Netbook-Tastaturen, aber für Tastaturfetischisten und -fetischistinnen ein Problem. Sehr positiv fällt auf, dass die Anschlüsse zum Laden alle auf einer Seite sind. Man muss also nicht suchen, wenn man die Tastatur oder das Tablet laden möchte. Es sind die kleinen Details, die am Ende des Tages einen positiven Eindruck hinterlassen.
Die Verbindung zwischen Tastatur und Tablet ist ein magnetischer Einschub, der wirklich bombenfest hält. Ich bin extrem beeindruckt gewesen, dass ich das ZenPad mit der Tastatur einfach als Computer rumtragen konnte. Das hat so bisher noch mit keiner Tablet/Tastatur-Variante geklappt. Hier gibt es ein definitives Daumen hoch von mir!
Auch sehr gut sind die 4 riesigen Gumminoppen an der Unterseite, die das ZenPad 10 immer fest an der Stelle halten. Es gibt unten auch keine Lüfter, man kann das ZenPad also sehr gut auch mal auf einer Decke oder im Bett benutzen ohne Angst um Überhitzung haben zu müssen.
Display
Das ZenPad 10 hat ein 10,1“, 16:10 WXGA (1280 x 800) Display. Für Pixelfetischisten sei gesagt, dass man mit 149 ppi keine Wunder erwarten kann, man sieht schon deutlich die einzelnen Pixel. In meinem Umkreis wurde ich in der Hinsicht aber wie immer belächelt. Otto oder Erna-Normalo hat mit dem Display keine Probleme. Das Display ist hinreichend blickwinkelstabil und Asus wirft allerlei Displaytechnologie auf das ZenPad. Die Kontraste werden intelligent angepasst und die Bildschärfe soll verbessert worden sein. Auf der Asus Webseite kann man dazu viel Marketingsprech finden. 😉 Im Alltag machen sie sich nicht wirklich bemerkbar, aber ich sehe es mal so, abgesehen von der niedrigen ppi Zahl, ist das Display gut.
Das Tastaturdock
Mit dem Dock kann man das Tablet zu einem vollwertigen Android Netbook machen. Was wirklich hervorsticht ist beim Tastaturdock aber nicht die Tastatur, sonderder Sound. Man genießt mit dem Dock einen guten DTS-HD Premium Stereosound. Ich bin immer noch ernsthaft beeindruckt und hasse jeden Tag den Sound meines iPad Airs mehr.
Die Tasten sind okay. Der Hub ist ausreichend, der Druckpunkt ist deutlich. Was ein wenig nervt ist, dass die Tastatur sich in der Mitte ein wenig nach unten neigt. Wenn man aber ehrlich ist, dann ist die Tastatur genauso gut oder schlecht wie die meisten günstigen Netbooktastaturen. Ich habe diverse Artikel und Texte auf dem ZenPad 10 mit der Tastatur geschrieben und bin definitiv damit klargekommen. Man darf nur kein MacBook-Niveau erwarten.
Zwei Sachen nerven etwas. Der Akku des Docks muss natürlich auch geladen werden und da muss man dran denken! Ja, Captain Obvious und so, aber sie hält nicht so lange wie das Tablet im Standby und ich saß oft da und das Dock war leer. Praktisch ist natürlich dann, dass man es über eine Powerbank laden kann. Die andere Sache ist, dass jedes Mal, wenn ich das Dock neu verbinden musste, das Tastaturlayout auf Englisch gestellt war.
Ich möchte noch etwas erwähnen und ich sage explizit dazu, dass es ein Bug sein könnte, der noch gefixt wird. Manchmal gab es einen unglaublichen Lag zwischen der Eingabe und dem Erscheinen des Textes auf dem Bildschirm. Was nicht so schlimm klingt, ist unglaublich frustrierend. Ich gucke beim Tippen auf das Display und lese was ich schreibe. Wenn der Text dort zwei oder drei Wörter hinter dem ist, was man schon geschrieben hat, dann kommt man sehr durcheinander.
Android auf Tablets
Mit dem Tastatur Dock steht das Tablet logischerweise immer im landscape mode, aber nicht alle Apps sind darauf ausgelegt. Es ist super ärgerlich, wenn man das ganze Netbook jedes Mal drehen muss. Vor allem Anmeldedialoge sind aus irgendwelchen GrünDen so gut wie nie horizontal nutzbar. Leider hat Asus bei einer wichtigen Sache nicht mitgedacht. Die Steuerbuttons sind bei Android in der Mitte unten. Das ist super schlecht zu erreichen. Beim Pixel C sind die Buttons zum Beispiel an die Seite gerückt worden, wie man sehr gut auf dem Screenshot der MKBHD-Review des Pixel C sehen kann. Ich musste mir immer die Hand verrenken um an die Steuerbuttons zu kommen.
Das andere Thema ist der Platz. Viele Android Apps sind einfach nur skalierte Smartphoneapps und nutzen den hinzugekommenen Platz des größeren Displays nicht aus. Das ist auch sehr ärgerlich.
Man gewöhnt sich allerdings an beides! Am Ende des Tages funktionieren die Apps auch trotz Platzverschwendung und wenn man sich mal eingeloggt hat, dann gehen die meisten Apps auch im landscape mode. Entgegen vieler Hater, kann man also durchaus auch Android auf Tablets benutzen und es genießen. 😉
Hardware
So: Einmal die Technischen Spezifikationen.
| Prozessor | Intel® Atom™ x3-C3200 Quad-Core, 64bit |
| Grafik | Mali-450 MP4 |
| Arbeitsspeicher | 2 GB |
| Betriebssystem | Android 5.0 (Lollipop) |
| Display | 25.7cm (10.1 Zoll) LED Hintergrundbeleuchtung WXGA (1280×800) Screen IPS Panel 10 finger multi-touch support Anti-fingerprint coating Full lamination ASUS Tru2Life Technology |
| Glas | Corning® Gorilla® Glass0 |
| Batterie | 8 Stunden Laufzeit (Angabe von Asus) |
| Schnittstellen | 1 × Micro USB 1 × 2-in-1 Audio Jack (Headphone / Mic-in) 1 × Micro SD Card Reader, up to 64GB (SDXC) |
| Connectivity | WLAN802.11 b/g/n Bluetooth V4.0 Support Miracast |
| Sensoren | G-Sensor / E-compass / Light Sensor/ Hall Sensor |
| Gewicht | 510 g |
| Farben | Black, White, Aurora Metallic |
| Abmessungen | 251.6 x 172 x 7.9 mm (LxWxH) |
Fazit
Ich muss sagen zu dem Preis hat Asus ein sehr gut verarbeitetes Tablet gezaubert, dass mit dem okay-en Keyboard eine sehr gute Kombination ergibt. Wenn einen das geringe PPI-Verhältnis nicht stört, dann kann ich das ZenPad 10 mit Tastaturdock wärmstens empfehlen.
Da mein Laptop langsam den Geist aufgibt, benutze ich mein iPad Air mit einer Logitech-Tastatur als Laptopersatz. Das ZenPad 10 war mit der Tastatur ein vollwertiger Ersatz für mein iPad Air und meinen PC. Vor allen für den Preis von 270€ war ich wirklich begeistert.
Jens Klün
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