Johannes
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Die Pebble war eine der ersten, wenn nicht überhaupt die erste erfolgreiche Smartwatch auf dem Markt. Der Nachfolger, die Pebble Time, kann seit kurzem nun vorbestellt werden und wir haben uns der „Original Pebble“ jetzt mal angenommen und fragen uns ob sie auch nach zwei Jahren noch gegen Android Wear und Co bestehen kann.
Als ich die Pebble das erste mal ausgepackt hatte wusste ich ja schon was mich grob erwartet, einige Bekannte haben sie ja schon seit einiger Zeit. Als ich sie dann aber am Handgelenk getragen hab war ich dann doch ein bisschen verwundert wie komisch die Pebble aussieht. Ziemlich nerdig, oder? Was ich jetzt nach einiger Zeit mit der Pebble denke, erfahrt ihr hier.
Allgemeine Bedienung
Die Bedienung ist logisch durchdacht und wirkt sehr flüssig. Wenn man sich vom Touchscreen am Handgelenk auf die tasten umgewöhnt hat, kann man fast schneller durch die Menüs navigieren. Allerdings fordert das ganze auch seinen Tribut. Man muss immer die komplette rechte Hand (wenn man die Uhr links trägt) an die Uhr nehmen, um den nötigen Gegendruck aufzubauen, um eine Taste zu drücken. Das ganze stört vor allem, wenn man anderweitig beschäftigt ist und man schnell etwas auf der Pebble machen will. Heißt also wenn ich die Pebble bediene, muss ich mich auf meine Pebble konzentrieren und kann nicht noch nebenher ein Stift in der Hand halten oder ähnliches.
Was ich allerdings super praktisch finde, sind die Schnellzugriffe. Man kann die beiden rechten Seitentasten (die obere und die untere) frei mit Apps belegen. Ich hab innerhalb einer halben Sekunde das Lied gewechselt, beziehungsweise überhaupt die Musikwiedergabe gestartet, wo ich bei Android Wear zum Beispiel erst das Handy aus der Tasche holen muss und dann auf meinem „Google Play Music Widget“ auf start drücken muss (da hat die App „Google Play Music“ noch Aufholbedarf bei Android Wear). Auf der anderen taste hatte ich einen Kompass, der super gut und zuverlässig funktioniert.
Die Musiksteuerung, funktioniert bei der Pebble schnell und zuverlässig. Leider fehlt in der Standard Musik-App die Möglichkeit der Lautstärkeregulierung.
Wenn eine Nachricht eingeht vibriert die Uhr, meiner Meinung nach viel zu stark. Wenn man sich auf etwas konzentriert und nun eine Nachricht bekommt wird man völlig aus der Konzentration geworfen. Der „Do not Disturb“-Modus ist leider zu weit weg um ihn kurz zu aktivieren. Was aber toll ist die Nachricht wird dann auf dem Display angezeigt und geht erst weg wenn ich die Zurück-Taste drücke. Ich muss allerdings nicht sofort auf die Uhr schauen wie ich das bei meiner G Watch R immer mache. Allerdings war ich dann auch manchmal verwundert wenn ich dann nach einiger Zeit auf die Uhr schaute und die Nachricht von vor zwei Stunden noch angezeigt wurde. Man kann auf die Nachrichten auch mit Smileys antworten, allerdings lassen die sich, aufgrund des niedrig auflösenden Displays (144 × 168 Pixel) teilweise nur schwer erkennen.
Ziffernblätter
Die Auswahl an Ziffernblätter für die Uhr ist eigentlich ziemlich groß. Ähnlich wie bei Android Wear gibt es hier von Binären Anzeigen bis hin zu kleinen Monstern die gelegentlich die Uhrzeit aufessen fast alles. Das einzige was mich hier wirklich gestört hat, dass viele Watchfaces farbig waren optimiert für die Pebble Time und somit unlesbar auf der Pebble Original und es dann kaum Watchfaces mit Sekundenanzeige/Zeiger gab. Braucht man nicht unbedingt aber ist ab und an schon ganz praktisch wenn man ohne viel Aufwand die Zeit messen will. Aber hier wird einem ja durch die Apps ausgeholfen, wo wir schon beim nächsten Punkt wären.
Apps
Ich habe keine Apps auf der Pebble Time benutzt, außer denen die Vorinstalliert waren, den Kompass und ein Spiel. Der Grund? Entweder sind es Fitness Apps, oder aber man braucht eine Compagnon-App die dann ein paar Euro kostet.
Trotzdem Tiny Birds (Ein Flappy Birds Abklatsch für die Pebble) lief erstaunlich gut, über den Spaßfaktor und den Sinn von Spielen auf der Smartwatch lässt sich aber dann doch streiten.
Leider muss ich sagen, dass ich mir in Sachen Apps mehr erhofft habe und bin gespannt auf die Pebble Time, die hier hoffentlich mehr Möglichkeiten bietet.
Akku
Beim Akku lässt sich nicht viel diskutieren, hier hängt die Pebble alle anderen Smartwatches ab. Unter normaler Benutzung hält der Akku 4-5 Tage, wenn man die Pebble einfach als normale Uhr (ohne Bluetooth Verbindung und ohne Apps zu benutzen) benutzt, hält der Akku auch locker über eine Woche durch, Praktisch wenn man mal im Urlaub ist, kein Strom hat und eine Uhr braucht. Ich muss allerdings sagen, dass man dadurch, dass man die Pebble nicht jeden Tag laden muss, den Akkustand ein bisschen aus den Augen verliert und es dann schon mal passieren könnte, dass man plötzlich mit leerem Akku da steht. Passiert einem unter Android Wear nicht, hier sollte man die Uhr sowieso jeden Tag laden.
Display
Das Transreflektive Display der Pebble Smartwatch hat wie oben beschrieben eine Auflösung von 144 × 168 Pixel. Das macht es teilweise schwer, Details zu erkennen. Das Display ist gegenüber der LG G Watch R auch sehr klein. Trotzdem ist es bei Sonnenlicht perfekt lesbar. Bei weniger Licht aber, ist der Blickwinkel leider etwas schlecht, d.h. man muss direkt von oben draufschauen um etwas zu sehen. Bei Dunkelheit braucht man dann die Hintergrundbeleuchtung ohne die man sonst nichtssehen würde. Was man hier jetzt besser findet, ein klassisches Display wie in den anderen Smartwatches oder ein E-Ink Display ist denke ich stark davon abhängig, ob man ein Mensch ist der oft draußen in der Sonne ist, oder doch eher im dunklen Keller sitzt.
Design
Das Design ist schrecklich. Jedes mal wenn ich an mein Handgelenk geschaut habe dachte ich mir nur „Igitt“. Nein so schlimm ist es nicht, allerdings kann die Uhr gegenüber keiner anderen Smartwatch in Punkto Design mithalten. Hier freue ich mich schon sehr auf die Pebble Time, die hier vieles besser macht.
Fazit
Alles in allem ist auch die alte Pebble noch durchaus als Smartwatch zu bezeichnen und nicht zu vernachlässigen. Gerade die lange Akkulaufzeit hat schon was, man muss sich einfach nicht so um die Uhr kümmern wie ich das von anderen Smartwatches gewohnt bin. Die Uhr wirkt teilweise schon um einiges fertiger wie die Android Wear Uhren (Musiksteuerung und Co) trotzdem hat sich mich immerzu sehr an die Digitalen Casio Uhren erinnert von den Funktionen und der Bedienung. Den Preis empfinde ich aber als zu teuer. Selbst nach über 2 Jahren, findet man die Uhr bei Amazon immer noch für mindestens 99€ - 130€. Ich würde dann doch auf die Pebble Time warten.
Was sagt ihr dazu? Hattet Ihr schon einmal eine Pebble in der Hand und habt andere Erfahrungen gemacht?



